Kewill stellt Lösungswege für logistische Herausforderungen vor

Rund 10.500 Athleten aus 206 Ländern kämpfen in diesem Jahr bei der weltweit größten Sportveranstaltung in Rio de Janeiro um 306 Goldmedaillen. Hinzukommen etwa 45.000 freiwillige Helfer und 85.000 Sicherheitskräfte, die vor Ort dabei sein werden, um die Magie des jahrtausende alten Wettkampfes entstehen zu lassen. Das erfordert einen engagierten Arbeitseinsatz und viele Ressourcen. Insbesondere Unternehmen, die an der Lieferkette beteiligt sind, stehen vor einer logistischen Herausforderung: Sie sind mit dafür verantwortlich, dass die Sportwettkämpfe reibungslos über die Bühne gehen. Es gilt, zahlreiche Aspekte und Rädchen im Getriebe zu beachten – eine komplexe und anstrengende Aufgabe, die nach einem effizienten Lösungsansatz verlangt.

Bei großen Sportveranstaltungen wie den Sommerspielen liegt die eigentliche Herkulesaufgabe im Verborgenen: Da sind die Bauunternehmen, die Rohmaterialien und Maschinen für die Stadien benötigen. Sportorganisatoren brauchen Ausrüstung und Outfits, Restaurants und Hotels fordern Lebensmittel, Bettwaren und Hygieneartikel. All diese Waren müssen von ihrem Herstellungsort – oftmals am anderen Ende der Welt – zum richtigen Zeitpunkt zum Stadion oder den Unterkünften der Sportler transportiert werden. Die Eröffnungszeremonie alleine erfordert den Transport Millionen Euro teurer Feuerwerksladungen, Audiosysteme und Bühnenausstattung. Bei der letzten Eröffnungszeremonie vor vier Jahren in London waren zum Beispiel 15.000 Quadratmeter Bühne vonnöten und 12.956 Requisiten im Einsatz.

Rio de Janeiro veranschaulicht, welchen zentralen Herausforderungen sich die Logistikbranche bei Sportveranstaltungen stellen muss. Im Folgenden werden vier Top-Anforderungen für die Lieferkette thematisiert, die bei einem solchen Ereignis bis an die Grenzen ausgereizt werden. Zugleich geht es darum, Transportunternehmen effiziente Wege für ihr Kundengeschäft aufzuzeigen.

  1. Multimodaler Transport: Ein vielschichtiges Speditions-Netzwerk tut Not

Die erste Frage, die sich bei einer großen sportlichen Veranstaltung wie den Sommerspielen ergibt: Wie transportieren wir verschiedenste Waren von A nach B? Viele der Lieferungen nach Brasilien legen mehr als 16.000 Kilometer zurück. Denn der Hauptteil der Produktion befindet sich im Fernen Osten. Die Marketing- und Werbeprodukte werden beispielsweise von chinesischen Firmen hergestellt. Um effiziente Arbeitsabläufe zu gewährleisten, Lagerflächen bestmöglich zu nutzen und kurze Lieferzeiten über lange Transportstrecken zu garantieren, setzen Spediteure zumeist auf ein multimodales Transportmodell: Sie transportieren Paletten zu Schiff, zu Flugzeug oder LKW – je nach der schnellsten und kostengünstigsten Route.

So effektiv dieses Konzept auch ist, gehen damit auch Herausforderungen einher. Durch die Ortung und Nachverfolgung jeder Palette wird gewährleistet, dass die Übergabe pünktlich stattfindet, kein Teil der Ware verloren geht und der Spediteur die entsprechende Lieferung erwartet. Auch wenn Arbeitsabläufe immer digitalisierter werden, tragen viele Unternehmen die Warenbewegungen jedoch noch manuell in Excel-Tabellen ein – und verlieren so den Echtzeitüberblick. Ein sehr zeitaufwändiges Vorgehen, das die gesamte Lieferkette ins Wanken bringt, sollte Ware verloren gehen. Außerdem ist es für die Organisatoren der Spiele äußerst schwierig, angesichts der Vielfalt an Gütern Informationen über anstehende Lieferungen zu erhalten: Diese werden stufenweise mit dem jeweiligen Paket weitergegeben, anstatt eine zentrale Datenbank einzusetzen. Spezifische Standortkoordinaten zu bestimmten Zeitpunkten sind nicht verfügbar.

Unternehmen suchen daher nach (cloudbasierten) Transportmanagement-Lösungen (TMS), mit denen sie Prozesse optimieren und Lieferinformationen konsolidieren können. Indem sie ihr Transportmanagement online stellen, können Spediteure sicherstellen, dass sie jederzeit Zugriff auf wichtige Lieferdaten haben. Dabei minimieren sie das Risiko, dass Waren auf ihrem langen Weg nach Rio verloren gehen. Zudem geht es vermehrt um positive Kundenerfahrungen – ein wichtiger Schlüssel zu unternehmerischem Erfolg. Vorzeitige Lieferungen bei wichtigen Verträgen verhelfen Unternehmen zu einer guten Reputation und dazu weitere Aufträge zu gewinnen. Die Implementierung eines Systems, das dazu beiträgt, Kosten zu senken und die Kommunikation effektiver zu managen, macht sich also in vielfacher Hinsicht bezahlt.

  1. Lieferflexibilität: Neuausrichtung und Reaktionsstärke

Im nächsten Schritt geht es darum, die Güter an ihren Bestimmungsort zu bringen – und das bereits im Vorfeld der Spiele. Ein heikles Thema, wird doch seit Monaten über Verspätungen und unvorhersehbare Katastrophen beim Bau der Stadien und Unterkünfte gesprochen. Zudem kämpft Brasilien aktuell mit einem wirtschaftlichen Abschwung: Das Budget für die Sommerspiele wurde um zehn Prozent gekürzt. Bestellungen wurden auf dem Transportweg gestoppt oder in temporäre Lager umgeleitet. Für Logistikunternehmen stellt dies eine Herausforderung dar: Bestellungen müssen umstrukturiert, Spediteure auf halbem Wege reorganisiert werden. Firmen müssen zudem Vorkehrungen treffen, Paletten genau dann von ihren provisorischen Aufbewahrungsorten zu verschicken, wenn die Stadien fertig und in der Lage sind, sie in Empfang zu nehmen.

„Logistikunternehmen müssen gewährleisten, dass sie über das nötige Maß an Flexibilität verfügen, und auf ungeplante Störungen reagieren können, sollten diese auftauchen“ erklärt Jim Hoefflin, Präsident und COO bei Kewill. „Das ist keinesfalls eine Lehrstunde für Unternehmen, die sportliche und andere Großveranstaltungen beliefern. Selbst Kunden kleiner und mittelgroßer Dienstleister erwarten wertsteigernde Services wie eine In-Transit-Neuausrichtung. Viele Verbraucher rechnen mittlerweile mit einer Lieferung bis zur Haustür. Für Logistiker bedeutet das, dass sie auch im B2B-Bereich vermehrt maßgeschneiderte Liefererfahrungen bieten müssen.“

Immer mehr Logistikunternehmen nutzen daher eine übergeordnete Kontrolleinheit für ihr Transportmanagement. Durch die Etablierung einer Kommunikation zwischen sämtlichen Spediteuren und dem für die Lieferprozesse zuständigen Management über cloudbasierte Anwendungen können Firmen Nachsendeaufträge und Transportänderungen schnell und effizient in die Wege leiten. Ein Beispiel: Ein Controller kann sechs überschüssige Paletten von einem Overnight-Flug auf einen Drei-Tage-LKW verschieben, um so zu gewährleisten, dass die Waren später und günstiger ankommen. Bevor Güter in ein anderes Land geliefert werden können, muss der Spediteur aber den Zollbestimmungen und Vorschriften entsprechen.

  1. Zollverwaltung: Im Treibsand internationaler Beziehungen

Eine weitere Hürde in der Lieferkette nach Rio: das komplexe Geflecht an Zollanforderungen. Jedes Land verfügt über eigene Bestimmungen, die die Warenbewegung beeinflussen – insbesondere Lebensmittel, Saatgut, Pflanzen und tierische Nebenprodukte sind hiervon betroffen. Speditions- und Logistikunternehmen müssen in der Lage sein, schnell und genau Zollerklärungen auszufüllen, damit der Versand zu jedem Zeitpunkt lokalem und nationalem Recht entspricht. „Die Spediteure müssen stets über veränderte Regulierungen informiert sein, denn sollten Gesetzesänderungen unbemerkt bleiben, kann dies dramatische Folgen haben“, berichtet Jim Hoefflin. „Die Implementierung eines stabilen elektronischen Datenaustauschsystems ist das effektivste Mittel, um einen effizienten, den aktuellen Zollbestimmungen entsprechenden Warentransport sicherzustellen. Durch die Digitalisierung der Prozesse können Unternehmen ihre Dokumente in einem zentralen Hub verwalten und den unterschiedlichen Zollbehörden zur Verfügung stellen. Dank automatisierter Workflows und Zollerklärungen lassen sich die Güter schneller transportieren, während das Risiko von Fehlern oder möglichen Bußgeldern sinkt.“

  1. Klimatische Aspekte: Verlässliche Versorgung aller Stadien

Berücksichtigt werden muss auch das Klima. Das ist vor allem dann wichtig, wenn es um den Transport verderblicher Lebensmittel geht. Hitze, Feuchtigkeit und Schädlinge wie Moskitos oder Fliegen bedrohen die Unversehrtheit und Qualität der Lieferungen. Daher ist es essentiell, dass die Speditionsunternehmen über die Möglichkeiten und Werkzeuge verfügen, Transporttemperaturen zu kontrollieren und gegebenenfalls anzupassen, um den Topzustand der Waren sicherzustellen. Hierbei gilt es güterspezifische Besonderheiten zu beachten. Bananen können beispielsweise nicht in der Luft transportiert werden, da sie bei niedrigen Temperaturen und variierender Luftfeuchtigkeit im Laderaum eines Flugzeugs verderben. Daher ist es wichtig, Transportroute und -mittel genau zu planen. Proaktive Tests im Vorfeld sind ratsam, um potenzielle Probleme aufzudecken und zu gewährleisten, dass die Unternehmen ein Modell verfolgen, das auch wirklich funktioniert.

Schützenhilfe hierbei bietet leistungsstarke und geeignete Technologie. Mit dem Internet der Dinge (IoT) und der wachsenden Verfügbarkeit vernetzter Sensoren können Spediteure die Bedingungen innerhalb von Containern überwachen sowie Temperatur und Luftfeuchtigkeit anpassen. Mithilfe eines flexiblen TMS-Systems lassen sich Transporte darüber hinaus umleiten, um beispielsweise extremen Witterungsbedingungen auszuweichen. Falls also ein schwerer Sturm für den nächsten Tag erwartet wird, können Unternehmen die Waren per Übernacht-Transport umleiten, um Beeinträchtigungen zu vermeiden. Wer mit starker Luftfeuchtigkeit oder anderen klimatischen Aspekten zu tun hat, muss darauf achten, die Lieferkette reibungslos zu gestalten. Sollte der Transport ausfallen oder der Fahrer krank werden, muss sofort auf Ersatz-Spediteure zugegriffen werden können, um die Lieferungen in Gang zu halten.

Auf die Plätze, fertig, los!

Globale Großveranstaltungen unterstreichen die Anforderungen, die die tägliche Arbeit in der Logistik kennzeichnen: Unternehmen sind mit einem immer facettenreicheren und schwierigeren Umfeld sowie einer immer internationaleren Wirtschaftsgemeinschaft konfrontiert. Nicht zu vergessen die ausgeprägten Erwartungen der Kunden. Logistiker müssen jetzt die Initiative ergreifen und sicherstellen, dass sie flexibel und reaktionsfreudig genug sind, um sich dieser Aufgabe erfolgreich zu stellen. Die Implementierung umfassender End-to-End-Supply-Chain-Systeme wie Kewill MOVE® unterstützt sie hierbei. Gleichzeitig profitieren die Unternehmen von stets effizientem Customer Service. Es liegt jetzt an den Dienstleistern, sich für den Kampf um Gold zu wappnen, ehe sie der Wettbewerb im hart umkämpften Rennen um die Spitze überholt.