Wenn die Supply Chain der ultimative Teamsport ist, dann gibt es nichts, was sie Spielstrategie und die Teamarbeit besser auf den Prüfstand stellt als eine weltweite Veranstaltung.

Millionen von Sportenthusiasten sind zur FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2018 nach Russland gereist. Die Vorbereitungen für diese riesige Sportveranstaltung laufen bereits seit geraumer Zeit auf Hochtouren. Wenn 32 Länder in 64 Spielen gegeneinander antreten, muss alles perfekt koordiniert sein, damit der Zauber des Events nicht getrübt wird. Dafür sind Engagement und reichlich Ressourcen erforderlich.

Gewaltige Sportevents wie die WM umfassen Herkulesjobs, die nur wenige Menschen sehen. Bauunternehmen, Rohmaterial und Maschinen werden für die Stadien gebraucht. Die Sportorganisationen brauchen Ausrüstung und Uniformen; Restaurants und Hotels brauchen Lebensmittel, Bettwäsche und Hygieneartikel, um nur einige Dinge zu nennen. Diese Güter müssen pünktlich vom Anbieter- oder Herstellerstandort – oftmals vom anderen Ende der Welt – zum Stadion bzw. zu den Sportlerunterkünften transportiert werden. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete beispielsweise, dass die Versorgung des deutschen Teams im Olympischen Dorf 2016 in Rio allein 1,3 Mio. Artikel und 60 t Luftfracht erforderte.*

Wenn die Supply Chain der ultimative Teamsport ist, sind die WM in Russland und andere Großveranstaltungen Mega-Beispiele dafür, wie jedes einzelne Logistikteam in der gesamten Lieferkette eine Rolle spielen und effizient arbeiten muss, damit das Ziel erreicht werden kann. Vernetzung und Zusammenarbeit sind dabei ausschlaggebend. Die folgenden vier Aspekte müssen von den die Teilnehmern in ihrer Spieltaktik beachtet werden.

  1. Multimodaler Transport: Die mehrschichtige Vernetzung der Carrier ist unerlässlich

Viele Lieferungen nach Russland mussten vom Ursprungs- zum Zielort Tausende von Kilometern zurücklegen. Zur optimalen Nutzung von Lagerflächen, um effiziente Prozesse und kurze Lieferzeiten über lange Transportdistanzen zu gewährleisten, wählen Verlader und Spediteure gewöhnlich die kostengünstigste Transportmethode und/oder Route.

Das Konzept ist zwar effektiv, bringt jedoch auch Herausforderungen.  Gehen die Güter verloren oder gibt es Verzögerungen, kann die gesamte Lieferkette ins Wanken geraten. Obwohl immer mehr Prozesse digitalisiert werden, geben viele Unternehmen Bewegungen noch immer manuell in Excel-Kalkulationstabellen ein. So sind Einblicke in Echtzeit unmöglich, vom Zeitaufwand einmal ganz zu schweigen.

Mit cloudbasierter TMS-Technologie können Versandunternehmen und Speditionen jedoch Prozesse optimieren, Lieferinformationen zusammenfassen und das Risiko minimieren, dass Waren auf dem langen Weg nach Russland verloren gehen. Darüber hinaus ist eine positive Kundenerfahrung eine wichtige Grundvoraussetzung für den geschäftlichen Erfolg. Bei wichtigen Aufträgen tragen frühzeitige Lieferungen zum guten Ruf des Unternehmens bei und helfen ihm, noch mehr Geschäfte an Land zu ziehen. Im Rahmen eines kollaborativen Netzwerks profitieren Versandunternehmen, Spediteure und Carrier auch von niedrigeren Kosten, besserer Effizienz, Kommunikation und Transparenz.

  1. Flexible Auslieferung: Neuausrichtung und Reaktionsbereitschaft

Die Unternehmen müssen dafür sorgen, dass sie genügend Flexibilität haben, um ggf. auf ungeplante Unterbrechungen zu reagieren. Der Transport von Waren zu einer Veranstaltung auf der größten Bühne ihrer Art ist nichts für Amateure. Sogar die Kunden von kleinen und mittelständischen Dienstanbietern erwarten wertsteigende Dienstleistungen wie beispielsweise Neuausrichtungen im Transit. Viele Kunden erwarte, dass sie binnen kürzester Zeit die Lieferung an der eigenen Tür in Empfang nehmen können, und auch der B2B-Sektor fordert mehr kundenspezifische Abwicklungen.

Eine Upstream-Steuereinheit und ein Transparenztool für das Transportmanagement wie beispielsweise ein Control Tower-System liefert Versandunternehmen und Spediteuren die erforderliche Transparenz in ihrer Supply Chain. Dies ermöglicht Ihnen das schnelle und effiziente Umleiten von Sendungen sowie Transportänderungen während der Beförderung. Ein Controller könnte beispielsweise sechs überschüssige Paletten von einem Nachtflug auf eine dreitägige Lkw-Route umbuchen, um sicherzustellen, dass die Waren später ankommen und günstiger transportiert werden.

  1. Zollverwaltung: Internationale Beziehungen – stets im Wandel

Eine weitere Hürde für die Supply Chain ist das komplexe Netz der Zollanforderungen. Jedes Land hat seine eigenen Bestimmungen, welche die Bewegungen von Waren beeinflussen – insbesondere Lebensmittel, Samen, Pflanzen und tierische Nebenprodukte. Transport- Logistikunternehmen müssen Zollerklärungen schnell und genau ausfüllen können, damit die Sendungen lokale und Landesgesetze erfüllen. Die Carrier müssen regelmäßig über abgeänderte Bestimmungen informiert werden, um Risiken, Verzögerungen und Strafen zu vermeiden Ein stabiles Technologiesystem für Zollmanagement ist die effektivste Möglichkeit für die Gewährleistung der Erfüllung aktueller Zollbestimmungen. Wenn die Prozesse digital automatisiert werden, können Unternehmen ihre Dokumente an einer zentralen Stelle verwalten und an die entsprechenden Zollbehörden elektronisch übertragen. Mithilfe der automatischen Workflows und Zollerklärungen können die Waren nicht nur schneller transportiert werden, sondern auch Fehlerrisiken und sogar Strafen vermieden werden.

  1. Klima: Zuverlässige Belieferung aller Stadien

Beim Transport verderblicher Lebensmittel und anderer temperaturempfindlicher Produkte sollte auch der Klimaschutz unbedingt beachtet werden. Schwankende Temperaturen, Feuchtigkeit und Schädlinge bedrohen den Zustand und die Qualität der Lieferungen. Verlader und Spediteure müssen daher über die Mittel und Fähigkeiten verfügen, die Transporttemperaturen zu steuern und ggf. zu regeln, um die Waren in Top-Zustand zu halten. Bananen können beispielsweise nicht per Luftfracht transportiert werden, da sie bei niedrigen Temperaturen und der schwankenden Luftfeuchtigkeit im Frachtraum schlecht werden. Routen und Transportmethoden müssen deshalb unbedingt genau geplant werden. Mithilfe eines flexiblen TMS-Systems können Transporte geplant oder umgeleitet werden, um extreme Wetterbedingungen zu vermeiden.

Und … TOOOOR!

Große, weltweite Veranstaltungen wie die Fußballweltmeisterschaft machen besonders deutlich, welche Anforderungen bei den täglichen Aufgaben in der Logistik und Supply Chain erfüllt werden müssen. Die Unternehmen stehen immer häufiger schwierigen, facettenreichen Umgebungen gegenüber und müssen mit der globalen Wirtschaft umgehen. Wie ein geübter Sportler müssen Unternehmen flexibel und gut vorbereitet sein, um diese Aufgaben mit Erfolg zu erfüllen. Die durchgängige Supply-Chain-Plattform und das Global Trade Network bieten den Organisationen Wettbewerbsvorteile, die es ihnen möglich machen, ihre Ziele zu erreichen und mehr Kunden zu gewinnen.

 

* Quelle: http://www.faz.net/-gtl-8jloo#GEPC;s3