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Manchmal sind es die kleinen Revolutionen, die eine große Wirkung haben. Was Großbritannien mit dem Brexit sehr öffentlichkeitswirksam umsetzte, scheint nun in der Schweiz mit viel weniger Wirbel zu passieren: Die Eidgenossen ließen Ende Mai die Verhandlungen über ein institutionelles Rahmenabkommen mit der EU platzen. Jahrelang genoss die Schweiz das Beste aus beiden Welten: völlige Souveränität auf eigenem Boden und ungehinderten Zugang zu einem Markt mit 450 Millionen EU-Bürgern. Mit dem Abbruch der Verhandlungen droht nun de facto eine Art „Schwexit“.

Bilaterale Abkommen erschweren globalen Handel

Eine merkwürdige Situation. Beide Parteien wollten ursprünglich einen allgemeinen Rechtstext haben, der die Handelsabkommen der letzten 40 Jahre zwischen der Schweiz und der EU zusammenfasst. Obwohl dies durchaus Sinn ergibt – vor allem, wenn man sich die schweizerischen Handelsdaten ansieht, denen zufolge der Binnenstaat den Großteil seines Handels mit der EU abwickelt – wollen die politischen Kräfte scheinbar keine allzu offenen Beziehungen mehr. Für sich genommen vielleicht nur eine merkwürdige und für Handelsunternehmen lästige Randnotiz. Doch der Brexit hat es eindrucksvoll gezeigt und nun scheinen nach und nach weitere Staaten es zu belegen: Multilaterale Verhandlungen und der Geist des „Global Village“ scheinen zu bröckeln. Stattdessen rücken immer stärker bilaterale Verhandlungen in den Vordergrund. Jeder versucht, seine Handelsbeziehungen so zu gestalten, wie es für ihn am besten ist. Droht der globale Handel also wieder zu einem Netzwerk von Einsiedlerhöfen zu werden?

Auswirkungen des globalen Handels bewerten

Unternehmen, die im globalen Handel tätig sind, müssen mit den Handelsbeschränkungen à la carte nun zurechtkommen. Manchmal sind es ökologische Gründe (z. B. gelten bei der Einfuhr von Waren, die von gefährdeten Arten stammen, zahlreiche Auflagen und es müssen entsprechende Unterlagen vorgelegt werden; Details sind in der CITES-Verordnung festgehalten). Manchmal sind es politische Motive wie beispielsweise der Schutz einer lokalen Industrie oder auch soziale Motive. Doch ganz unabhängig von der Begründung verlangt die Komplexität des Handels und der Zugang zu bestimmten Handelserleichterungen (wie etwa reduzierte Zölle aufgrund von Präferenzursprüngen) von den Unternehmen heute, dass sie die Auswirkungen des globalen Handels in jeder Phase der Wertschöpfungskette bewerten.

So scheint es vielleicht auf den ersten Blick eine gute Idee zu sein, einen Lieferanten zu wechseln, um die Kosten um zehn Prozent zu senken. Die Rechnung kann sicher allerdings schnell ändern, wenn Sie 15 Prozent Einfuhrzölle zahlen müssen. Oder ein Beispiel aus der Praxis: Das Design einer neuen Turnschuhkollektion scheint ein Auftrag der Designabteilung zu sein. So weit, so gut. Aber was ist, wenn die Überschreitung eines bestimmten Schwellenwerts für den Lederanteil der Schuhe eine Änderung der Produktklassifizierung und damit der zu zahlenden Zölle bedeutet?

Insgesamt ist der Übergang von einer offenen Partnerschaft zwischen allen WTO-Mitgliedern zu Handelsabkommen und -vereinbarungen à la carte eine Belastung für die Unternehmen und den globalen Handel bedeutet. Wenn Sie gut gerüstet sind, mit einem hohen Automatisierungsgrad und moderner Software, sind Sie in einer guten Position. Wenn nicht, stehen Sie vor erheblichen Störungen entlang Ihrer Lieferkette, die Ihnen noch einige Kopfschmerzen bereiten wird.

Umso wichtiger ist es, sich jetzt bestmöglich für diese und künftige Änderungen aufzustellen. Wir bieten ein seit vielen Jahren bewährtes System, dass viele Kunden nutzen. Und eines, dass für Sie immer auf dem Laufenden bei allen Zollrechtlichen Änderungen bleibt – damit Sie eine Sorge weniger haben.

 

 

 

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